Fachgruppentagung der Transporteure Oberösterreich

Am 16. November 2019 trafen sich in Bad Schallerbach Profis im Güterverkehr: „Wir müssen den Spagat zwischen Klimaschutz und Wachstum meistern“

Claudia Raab und Sebastian Binder präsentierten auch diesmal die ITBinder GmbH, hier die Medienaussendung des WKOÖ Medienservice:

Profis im Güterverkehr fordern für Zukunft des Transports praktikable Rahmenbedingungen ein

„Wir bringen, was Sie täglich brauchen“. Mit diesem Versprechen sorgen rund 2000 oö. Transportunternehmen mit 25.000 Mitarbeitern und einer 13.000 Lkw und 3000 Kleintransporter großen Fahrzeugflotte Tag für Tag dafür, dass die Wirtschaft nicht zum Stillstand kommt und unser Wohlstand gesichert bleibt. „Und diese strategische Schlüsselaufgabe wird in Hinkunft noch größer“, verwiesen WKOÖ-Fachgruppenobmann Franz Danninger und WKO-Fachverbandsobmann Günther Reder bei der Fachgruppentagung des oö. Güterbeförderungsgewerbes in Bad Schallerbach auf Prognosen, denen zufolge der Transportbedarf im Güterverkehr in den nächsten 15 Jahren um ein weiteres Drittel steigen werde.

Auch wenn die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage in der Branche noch zufriedenstellend ist, sehen Danninger und Reder beispielsweise in den Rückgängen im Automotive-Bereich bereits Anzeichen auf Veränderungen, die vor allem in der Logistik neue Lösungen erfordern werden – eingebettet in die rasch fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen. Erschwert wird die Bewältigung dieser Herausforderungen zudem durch illusorisch angesetzte Klima- und Umweltschutzziele, nennen Danninger und Reder nur als ein Beispiel die EU-Vorgaben, die bis 2030 eine 40-prozentige und bis 2050 gar eine 60-prozentige Reduzierung der Treibhausgasemissionen anvisieren.

„So wie wir ein klares Ja zu Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand sagen, bekennen wir uns auch zu einem wirksamen Klimaschutz. Wenn allerdings dann die Politik mit der Verordnung sinnloser regionaler Fahrverbote, wie zuletzt auf der B 320 Ennstal Bundesstraße, massive Umwegkilometer mit dem Lkw verursacht, führend sich alle Umweltschutz- und Klimaziele ad absurdum“, richten Danninger und Reder einen eindringlichen Appell an die künftig politisch Verantwortlichen, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die größtmögliche Effizienz im Transport bei gleichzeitig geringsten Belastungen ermöglichen. In diesem Zusammenhang erteilen die beiden Transporteure-Sprecher auch den immer wieder aufflammenden Ideen nach Einführung einer Flächenmaut für Lkw und auch einer CO2-Steuer eine klare Abfuhr. Durch diese zusätzliche finanzielle Belastung für die Transportwirtschaft, aber vor allem auch für die Konsumenten würde kaum ein Lkw weniger unterwegs sein. Da wäre es schon sinnvoller, bei den Anschlussbahnen, bei denen in den letzten zehn Jahren ein Rückgang um ein Drittel zu verzeichnen war, einen Umdenkprozess einzuleiten, will man den Transport in der Fläche verstärkt auf Schiene bringen.

Gefordert sieht sich die Transportbranche neben Klimaschutz und Bürokratie auch bei der Rekrutierung des erforderlichen Lenkerpotenzials in den Lkw-Cockpits. Auch wenn autonomes Fahren, Platooning etc. gerade im Transportwesen schon intensiv diskutiert und erforscht werden, um den kompetenten Mann/die kompetente Frau am Steuer werde man auch in Hinkunft nicht umhin kommen, verweisen Danninger und Reder erneut auf die von der oö. Fachgruppe initiierte Plattform www.lkwlenker.at

Foto: ©Pelzl Roland/cityfoto